Vorderer Drachenkopf über den Seeben-Klettersteig
Frühzeitig um 5:30 Uhr starteten wir drei, Tourenleiter Wolfi Stache, Stefan und ich, Richtung Ehrwalder Almbahn. Noch gerade rechtzeitig, um der Staufalle am Fernpass zu entgehen.
Bei besten Wettervoraussetzungen kamen wir nach knapp 1 3/4 Stunden Fahrtzeit an der Ehrwalder Almbahn an.
Von dort wanderten wir entlang des Gaisbachs Richtung Einstieg des Seeben-Klettersteigs. Der Wasserfall links davon ließ, der Trockenheit geschuldet, nur ein kleines Rinnsal Wasser herunterfließen. Gleich am Anfang des Klettersteigs musste eine D/E-Stelle überwunden werden, die einigen Anfängern, die vor uns eingestiegen waren recht zu schaffen machte. Das ist strategisch wichtig, denn der relativ kurze Klettersteig, für den wir etwas über zwei Stunden benötigten, ist mit mehreren C/D- und D-Passagen sowie einer abschließenden D/E-Stelle an einer glatten, überhängenden Wand durchwegs anspruchsvoll. Entsprechend erfordert er eine gute körperliche Kondition und technisches Kletterverständnis, ist also für Anfänger keinesfalls geeignet.
Oben angekommen, konnten wir schon zu unserem späteren steilen Abstieg, dem Hohen Gang, hinüberblicken . Das Wettersteingebirge mit Schneefernerkopf und Wetterspitzen lag in voller Pracht vor uns.
Weiter ging es am glasklaren Seebensee vorbei Richtung Coburger Hütte, die wunderbar am Drachensee gelegen ist und auf der wir uns noch für die Bergtour auf den Vorderen Drachenkopf stärken durften. Lange Menschenschlangen vor der Getränke- und Essenausgabe wurden von einem gut eingespielten Serviceteam bestens gemanagt. Die Coburger Hütte ist an solchen wetterbedingt schönen Wochenendtagen ein Besuchermagnet, auf den man sich einstellen muss.
Kaum waren wir mit Ziel Vorderer Drachenkopf unterwegs, verloren sich die Menschenmassen und wir überquerten ruhige, schafbeweidete Gebirgswiesen mit vielerlei Murmeltierverstecken zwischen den verteilt liegenden Felsbrocken. Unterhalb der Geröllfelder zogen wir nochmals unsere Helme an, da wegen des schrofigen und gerölligen Aufstiegs eine konstante Steinschlaggefährdung bestand. Volle Konzentration brauchte man für den letzten Aufstieg, da der Untergrund ständig vor Begehung auf Brüchigkeit getestet werden musste. Oben auf dem Vorderen Drachenkopf auf 2303 m angekommen, lag uns ein unglaublich schönes Panorama zu Füßen. Beide farbenprächtigen Seen, der Seebensee und der Drachensee, umrahmten die Coburger Hütte, hinter uns lag der Hintere Drachenkopf und der Wamperte Schrofen, vor uns die markante Sonnenspitze, die Tajaköpfe und das Wettersteinmassiv. In der Ferne waren auch deutlich die Tannheimer Gipfel, Rote Flüh, Gimpel und Köllenspitze, zu erkennen.
Nachdem wir uns sattgesehen hatten und wieder an der Coburger Hütte aufschlugen, mussten wir uns nochmals mit kühlen Getränken stärken. Am Seebensee konnten Wolfi und ich nicht widerstehen und genossen kurz die kühle Frische des Sees. Den Abstieg nahmen wir über den Hohen Gang, der nochmals konzentriert gelaufen werden musste und uns dank der vielen seilgesicherten Passagen sicher nach unten führte.
Ein ausgefüllter, erlebnisreicher Tag liegt hinter uns, an den wir uns gerne erinnern werden.
Vielen Dank, Wolfi, dass wir dabei sein durften.
Bericht: Carmen Reuter
Bilder: Carmen Reuter, Wolfgang Stache
















