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Hochtour auf die Parseierspitze

vom 11. bis 12.07.2026

  • An der Augsburger Hütte
  • Abfahrt im Bergtraktor
  • Gipfel Blnkahorn
  • Gipfel Blankahorn 2
  • In der Gasillschlucht
  • In der Parseier-Südwand
  • Johnny mit Bergtracktor
  • Parseierspitze
  • Patrolscharte
  • Schnaps zum Ersten
  • Schnapszum Zweiten

3.000 hm im Auf- und Abstieg, Kraxelei in mäßig festem Fels und eine Übernachtung auf der beinahe schon legendären Augsburger Hütte – das sind die Eckdaten, um das höchste Dreigestirn der Lechtaler, bestehend aus Blankahorn, Parseierspitze und Gatschkopf, an einem Wochenende zu besteigen. Eingedenk der hohen Anforderungen war die Nachfrage gleichwohl überraschend hoch, sodass sämtliche noch verfügbaren Lagerplätze auf der Hütte nachgebucht wurden.

Insgesamt machten sich am Samstagmorgen also 6 Teilnehmer, 2 Tourenleiter und ein Sektionsbus auf den Weg nach Grins. Kaum dort angekommen, trafen wir auf Johnny, der sich für ein kleines Trinkgeld dazu breitschlagen ließ, uns samt Gepäck auf der Ladefläche seines Bergtraktors zur 200 hm höher gelegenen Pferdealm mitzunehmen.

Bei heißen Temperaturen und kaum Wind stiegen wir von dort schweißtreibend zur Augsburger Hütte auf, wo wir zur Mittagszeit gleich mit einem Willkommensschnaps begrüßt wurden. Ein Schnaps, der übrigens auf geschichtsträchtigem Boden gereicht wird: Die Augsburger Hütte wurde bereits anno 1885 erbaut und war damit die allererste alpine Hütte in den Lechtaler Alpen – ehe sie 1888 gleich wieder von einer Lawine plattgemacht wurde. Die Erbauer wählten sodann beim zweiten Anlauf 1891 den neuen Standort umsichtiger, steht diese Hütte doch nun seit über 130 Jahren äußerst pittoresk am Südhang des Gatschkopfes …

Den Nachmittag nutzten wir, um die Begehung eines Fixseils im Auf- und Abstieg einzuüben, damit diese Technik am nächsten Tag dann auch zügig und sicher angewendet werden kann. Anschließend stand noch das Blankahorn auf dem Programm. Aufgrund der nun doch recht fortgeschrittenen Zeit sahen wir uns genötigt, ein für Sektionstouren sehr unübliches Gehtempo anzuschlagen, um wieder rechtzeitig zum Abendessen zurück auf der Hütte zu sein. An dieser Stelle nochmals höchsten Respekt an die Teilnehmerinnen, die das Tempo bis zum Gipfel mitgegangen sind.

Nach dem Abendessen genossen wir noch die Ruhe auf der Terrasse mit wunderbarer Aussicht auf den Ortler und die Ötztaler Alpen, bevor wir uns ins Lager legten und zu den dumpfen Bässen der Rockmusik aus der Küche einschliefen.

Nach einem üppigen Frühstück starteten wir am nächsten Morgen bei herrlichstem Wetter um 7:30 Uhr. Zunächst über den Schotter der Gasillschlucht, dann über drahtseilversicherten Fels erreichten wir als erste Gruppe des Tages den Grinner Ferner, der überaus fotogen mit seinem blauen Schmelzwassersee direkt unterhalb des Gipfelaufbaus der Parseierspitze liegt.

Die Einstiegsplatte – eine der Schlüsselstellen auf dem Normalweg zur Königin der Lechtaler – wurde mittlerweile durch mehrere Trittbügel etwas entschärft, trotzdem sind hier Mut und präzises Treten vonnöten. Anschließend windet sich der Steig steil und in ziemlich brüchigem Fels in etlichen Windungen durch die steile und abweisende Südwand. Die vielen Kraxelstellen machen diese letzten 200 hm allerdings sehr kurzweilig.

Allein am Gipfel genossen wir die fantastische Aussicht in alle Himmelsrichtungen, bevor wir uns an den Abstieg machten. Die schweren und ausgesetzten Stellen wurden von uns nun per Seil abgesichert und die Einstiegsplatte via Ablassschaukel problemlos überwunden.

Anschließend querten wir im Geröll nach Osten auf die Patrolscharte, von wo aus ein breiter, dunkler Rücken zum Gatschkopf hinaufführt. Nach einer zweiten Gipfelrast begann nun der Abstieg zur Augsburger Hütte, wo wir erneut mit einem Schnaps erwartet wurden. Zusätzlich mit Kaffee und Kuchen gestärkt, folgte dann der finale Abstieg am Gasillbach entlang zurück nach Grins.

Leider war Johnny nun nicht mehr auffindbar, sodass wir bis zum Parkplatz laufen mussten. Die Heimfahrt verzögerte sich durch den üblichen Stau am Grenztunnel, sodass wir gegen 21:30 Uhr wieder in Mindelheim waren – müde, sonnenverbrannt, aber dafür um drei Gipfel, zwei Gratis-Schnäpse und eine tolle Erfahrung reicher.

Bericht: Johannes Götzfried
Bilder: Teilnehmer und Tourenleiter