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Heiße Tage im Karwendel und ein freundliches Soiernhaus

vom 20.-21.06.2026

 

Eine Nevada-Wüstenlandschaft hat uns am zweiten Tag unserer Familienhüttentour erwartet. Ein erfüllter Traum und eine starke Leistung aller Kinder und natürlich auch ihrer Eltern.

Am Samstag, den 20.06., machten sich vier Familien mit ihren Kindern auf den Weg nach Krün. Wir teilten uns hierbei mal wieder auf: die hart erprobten ÖPNV-Fahrer und die Autofahrer. Die Züge und der abschließende Bus waren wie immer sehr voll, da viele den Weg in die Berge suchten. Die Ankunft in der mittäglichen Hitze war auch nicht gerade förderlich für das Gehtempo, und so legten wir früh eine gemütliche Mittagspause ein.

Zäh ging es dann über eine sehr öde Fahrstraße bergauf. Wir motivierten uns mit dem wechselnden Verzaubern der Füße. Einmal klebten diese am Boden fest, die Eltern wurden in Abgründe gezaubert oder sie überholten die Kinder, da die Gleitkufen und das Eis uns trotz hoher Temperaturen den Berg hinaufgleiten ließen.

Wir sehnten uns nach Wasser und Quellen auf dem Weg, um uns und unsere Kehlen zu erfrischen. Und dann kam die Rettung: Die Fahrstraße teilte sich, und wir konnten über den Lakaiensteig, einen wesentlich schmaleren Weg, zum Soiernhaus aufsteigen. Der Weg bot uns atemberaubende Ausblicke und kleinere Stellen zum Klettern.

Gegen kurz vor halb sechs erreichten wir glücklich die Hütte und wurden sogleich herzlich vom Hüttenteam empfangen. Auf den Hütten stellt sich wie immer die Frage nach Halbpension und: Was machen wir mit den Kindern? Wie viel werden sie essen, lohnt sich eine Halbpension oder nehmen wir lieber den Räuberteller?

Im Anschluss teilten wir uns auf: Einige wollten im Soiernsee noch vor dem Abendessen baden, andere von uns blieben auf der Hütte und ließen die Füße bei anregenden Gesprächen baumeln.

Frische Erdbeeren, Karottenkuchen als Nachspeise zu leckeren Hauptspeisen, Ligretto, Gespräche und eine ausgiebige Kissenschlacht trieben uns dann ins Bett. Dagegen hatte das Hüttenpersonal mit Filterproblemen an der Wasseraufbereitung zu kämpfen. Kaum zu glauben in einem Tal mit erhöhtem Wohlstand.

Am Sonntag standen dann die Besteigung der Schöttelkarspitze (2050 m), ein abenteuerlicher Gratweg sowie der folgende Abstieg nach Krün auf dem Programm. Wir haben viel Vertrauen in unsere Kinder und wissen, was sie in den Bergen leisten können.

Mit viel „Chack“ bewältigten wir die erste Etappe zum Gipfel und genossen die tolle Aussicht in Richtung Zugspitze, Walchensee und Karwendel. Starke Leistung!

Auch die folgende Etappe über den Gratweg mit einigen Kletterpassagen haben alle stark gemeistert, und die anschließende Mittagspause war dringend notwendig.

Der Abstieg war lang und für uns in der Gruppe sehr individuell in der Schwierigkeit, sodass wir die Gruppe teilten, da einige von uns noch zum Baden in einen See hüpfen wollten. Alle anderen motivierten sich gegenseitig, halfen sich beim Rucksacktragen, bei der Pflege von Blessuren und beim Teilen der Gummibären.

Bei heißen Temperaturen im Tal kamen wir aber alle gesund von unserer Bergtour zurück.

Mein Fazit für euch, meine Tourenteilnehmerinnen und Tourenteilnehmer: Ihr wart alle großartig und seid über euch hinausgewachsen. Ihr habt meine Ideen und Unterstützungen super aufgenommen und wart voll dabei. Die Tour war traumhaft schön und sehr spannend.

 

 

Nachtrag: Die Bahnfahrer wurden auf der Heimfahrt auf eine wirklich harte Probe gestellt: ein Bus als fahrende Sauna, ein umgestürzter Baum zwischen München und Buchloe, fehlende Informationen seitens der Deutschen Bahn und eine Verspätung von mehr als zwei Stunden … uff.

Wir probieren es trotzdem wieder … ????

 

Bericht und Bilder: Sebastian Schunke