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Wanderung zum Illerblick

am Mittwoch, 6. Mai 2026

  • Wandergruppe
  • Bergkapelle
  • Frohberglinde
  • Illerblick
  • Kloster Bonlanden

Regen war angesagt – Richard meinte: „Wenn der je nicht kommt, dann wandern wir halt auch bei schönem Wetter.“

Erst Blick zum Erolzheimer Schloss (Wohnungen, Altenbetreuung), dann zum Parkplatz bei der St.-Nikolaus- bzw. Frohberglinde. Ca. 900 Jahre alt, ein imposantes Naturdenkmal.

Gemütlich ging es den Kreuzweg hoch zur Bergkapelle „Maria im Busch“ (Wallfahrtsort, 350 Jahre alt, Kunstschätze, Pilgerstube mit Nächtigungsmöglichkeit). Kurz unterhalb, am Rastplatz „Illerblick“, sehen wir nur dicke Wolken statt des Alpenpanoramas.

Doch wir konnten uns trocken über die „alpinen“ Bezüge von Erolzheim austauschen: Schlossherr Max Engelhard von Kienlin hatte sich 1970 ohne Gipfelambitionen in die Nanga-Parbat-Expedition von Herrligkoffer eingekauft. Als Reinhold Messner nach der Bergüberschreitung ohne seinen Bruder Günther, jedoch mit erfrorenen Füßen ankam, nahm ihn Max von Kienlin mit ins Schloss nach Erolzheim, um ihn gesund zu pflegen.

Zwischen dessen Frau Ursula und Reinhold kam es zu näheren Kontakten, und „Uschi“ hinterließ ihre drei Kinder bei Max und begab sich mit nach Südtirol. Beide heirateten. Die Ehe dauerte jedoch nur fünf Jahre.
Interessant sind auch Messners Versionen zum Tod seines Bruders: In gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Herrligkoffer äußerten sich die Expeditionsteilnehmer Höfler, Baur, Winkler, Saler und auch von Kienlin literarisch kontrovers dazu. Messners Attitüden führten schließlich sogar dazu, dass der DAV seinen Sektionen empfahl, ihm keine „Bühne“ mehr zu geben.

An den Schautafeln zum Leben des Heiligen Martin vorbei bummeln wir hinab ins Illertal und am Waldrand entlang zu den Franziskanerinnen im Kloster Bonlanden. Der Regenguss kam genau richtig, und der Kuchen dort ist immer eine Einkehr wert. Ebenso die im Dachgeschoss ungewöhnlich schön gestaltete Jahreskrippe.

Es dauerte, bis alle die Klosterräume besichtigt hatten. Endlich wieder Aufbruch – aber dann kamen Sturm und ein gewaltiges Gewitter. Das Abwarten im Anbau am See lohnte sich, nur der Sturm blies uns noch durch den Kräutergarten bis an den Waldrand.Ein netter Waldpfad, vorbei an den ersten Maiglöckchen, endet direkt an der Familiengruft derer von Erolzheim. Dort wurde auch die Mindelheimer/Kirchheimer Schwester von Max Engelhard von Kienlin, Angela Fürstin Fugger von Glött, im Dezember 2025 beigesetzt.

Alle kamen gut wieder heim.

Sigi Weippert

Wenn man etwas finden will, das Günther Maute noch nicht kennt, dann muss man zwischen der Schwäbischen Alb und den Alpen suchen. Vorteil: keine Parkgebühren, keine Touristen. Berge geschont!