Inhalte ausblenden

Zwölf Apostelgrat

am 20.10.2019

  • 1


Dank eines Föhnstrumes war für Sonntag bestes Wetter vorhergesagt und wir fünf Sektionsmitglieder daher frühzeitig auf der Suche nach einer für diesen goldenen Oktobertag würdigen Bergtour. Schnell haben wir uns auf den Apostelgrat vom Pilgerschrofen hinüber zum Säuling geeinigt. Zu oft waren wir in diesem Jahr schon an den weißen Wettersteinkalk-Wänden vorbeigefahren. Nicht nur der Mix aus Kraxelei am Grat und ausgesetztem Gehgelände, sondern auch die tollen Blicke ins Allgäu und zu den umliegenden Bergen versprachen ein Tour par excellence.

 

  • 1


Um 6.30 Uhr starteten wir von Mindelheim aus nach Pflach. Wie sich allerdings bald herausstellen sollte, wartete die erste Crux unserer Tour nicht fünf Meter unter dem Gipfel des Pilgerschrofens auf uns, sondern bei Kempten: Vollsperrung der A7… Die großräumige Umfahrung kostete einiges an Zeit, aber schließlich kamen wir gegen 8 Uhr doch in Pflach, dem Ausgangspunkt unserer Tour, an. Durch den schönen Herbstwald ging es äußerst kurzweilig zum Säulinghaus hinauf. Lücken in den Nadelbäumen gaben dabei immer wieder den Blick auf die bevorstehenden Zacken des Apostelgrates frei. Der Hüttenschluss am Vorabend hatte deutliche Spuren an Hüttenwirt und seinen Gästen hinterlassen, so dass im Säulinghaus gegen 10.30 Uhr noch immer gefrühstückt wurde. Wir schlossen uns dem gerne an und bestellten Kaffee und Wiener.
Nach dieser kurzen Rast folgten wir dem Wanderweg nach Schwangau. Den Abzweig zum Pilgerschrofen haben wir dank Wolfi, der die Tour vor einigen Jahren schon gemacht hatte, problemlos gefunden. Immer steiler geht es hier den Grashang hinauf, bis man ein paar Meter unter dem Gipfel auf eine IIer Stufe trifft. Mit einem gut gesetzten Spreizschritt stellte auch dieses Hindernis für uns kein Problem dar. Von nun an ging es immer auf dem teilweise doch recht windigen Grat entlang. Die anregende Kraxelei in überraschend festem Fels wird oftmals durch Gehgelände und drei Abseilstellen unterbrochen, bei denen wir die tolle Aussicht auf Neuschwanstein und die Seen des Alpenvorlandes genießen konnten. Auch die letzte Hürde des Grates, der Steilhang zur Säulingwiese hinauf, erwies sich bei näherer Betrachtung als problemlos machbar. Nach einem kurzen Abstecher zum Gipfel des Säulings ging es gleich darauf über den Normalweg zurück zum Säulinghaus und wieder hinunter zum Parkplatz.
Wolfi, du hast nicht zu viel versprochen! Die Tour ist tatsächlich eine „Perle des Allgäus“.

 

Text: Hannes Götzfried

Bilder: Hannes, Hans, Wolfi