Inhalte ausblenden

Versunkene Welt: Forggensee

Bericht einer außergewöhnlichen Seenwanderung vom 16.04.2016

Es gibt sie wirklich: Eine versunkene Welt, die jedes Jahr dem Besucher sich von neuem zeigt.

Eine Gruppe von wissensdurstigen Alpenvereinlern unserer DAV-Sektion Mindelheim machten sich am Samstag, den 16.4.16 gegen Mittag auf den Weg gen Füssen. Regen war angesagt – vielleicht hielt diese Wettervorhersage einige ab, den Weg nach Süden zu wagen. Denkste – strahlender Himmel mit einer fantastischen Kulisse belohnte die Teilnehmer. Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt trafen wir uns mit Architekt, Heimatpfleger und Stadtrat Magnus Peresson am Parkplatz bei Brunnen. Mein Hinweis, Herrn Peresson nicht allzu viel Fragen zu stellen, sonst sind wir um Mitternacht noch im Forggensee,  beantwortete er gelassen: „das würde ihm nichts ausmachen, dann würden wir noch die Lichter von Schwangau und Brunnen sehen.“

Zu Beginn schilderte Peresson die Entstehung des Forggensees. Dass es bei den Grundstücksverhandlungen nicht gerade zimperlich zu ging, deutet auf die Beharrlichkeit von einigen Bewohnern von Forggen hin, die auf keinen Fall ihr Hab und Gut aufgeben wollten und zum Schluss sogar mit Polizeigewalt aus ihren Häusern geholt wurden. Die Bewohner von Forggen verstreuten sich in alle Herren Winde – jedoch immer mit einer Portion Heimweh behaftet, denn sie sahen ihre Berge nicht mehr.

Unsere Exkursion führte uns auf getrocknetem, teilweise auch noch recht feuchtem Boden weiter in den See hinein. Die vielen Fragen unserer Gruppe, wusste Herr Peresson ausführlich, gewürzt mit launigen Geschichten, zu beantworten. Bei jeder Restgrundmauer des versunkenen Dorfes Forggen, wusste er eine kleine Geschichte zu erzählen. Mit seinem reichhaltigen Wissen erklärte er nicht nur die Entstehung des Sees, sondern auch der umliegenden Landschaft des Alpenvorlandes und der Alpen. Drei hoch interessante Stunden im See waren wie im Flug vergangen.

Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn Peresson für die kurzweilige, super gelungene Führung. Viele Teilnehmer von uns nahmen sich vor, den Forggensee im Sommer wie im Frühjahr nochmals  zu besuchen.

 

Text/Bilder: Günther R. Träumer