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Paddeltour Iller

am 20. Mai 2017

Das Wetter war „durchwachsen“ angesagt, der Wasserpegel noch unter der Hochwassermarke – also ganz gute Voraussetzungen für einen Tag auf einem frischen Gebirgsfluss.

Pünktlich konnten wir 8 Uhr in Kammlach wegfahren – an der Ausbootstelle in Illerbeuren wurde ein Auto deponiert und eines auch für Notfälle an der Umtragestelle Fluhmühle abgestellt.

Bei km 95,7 unter der Straßenbrücke zwischen Lauben und Hirschzell kann man am Denkmal des Illerunglücks von 1957 parken. Damals ertranken dort 15 Soldaten bei einer Überquerung des Flusses. Es ist auch deshalb ein guter Platz, um Mitpaddler für die Gefahren auch bei Zahmwassertouren zu sensibilisieren. Die „Neulinge“ griffen sofort beim Bootsaufbau aktiv zu und akzeptierten auch die Schwimmwesten. Nach Bemerkungen zum Wurfsack, Tipps zum Einsteigen und Verhalten wegen der schützenswerten Flora und Fauna auf diesem Flussbereich kamen trotz steilem Ufer alle gut in die vier Boote.

Erst fließt die Iller recht flott, danach kommt aber der Rückstau der Staustufe Altusried. Bis zu dieser hat man Gelegenheit, den Umgang mit Paddel und Steuer zu üben. Das erste Aussteigen und Umtragen um das Wehr hat dann bestens funktioniert und bei der folgenden Staustufe Fluhmühle waren alle schon Profis. In den letzten Jahren wurde an den Staustufen viel verbessert – sehr effektive Fischtreppen wurden zusätzlich gebaut. Allerdings muss man dadurch auch weitere Wege beim Umtragen in Kauf nehmen.

Bis Illerbeuren wechselt durch die vier Staustufen die Fließgeschwindigkeit häufig: Von breiten Seen mit vielfältiger Vogelwelt (Schwäne, Regenpfeifer, Rostgänse, Haubentaucher, Gänsesäger, Stock- und Reiherenten etc.) bis zu Engstellen mit hohen Felswänden ist auch die Landschaft abwechslungsreich. Auch ist nur an wenigen hundert Metern eine Strasse in Ufernähe, selbst der Illerradweg wird dort über die Höhen geleitet. Ruhe und Einsamkeit sind garantiert. Nur einmal kam uns ein Stehpaddler entgegen.

Trotzdem alles flott funktionierte, war schnell der Spätnachmittag angebrochen und wir verzichteten auf das Pausenfeuer – gegen 17 Uhr booteten wir nach 33 km Illerlandschaft aus und wurden im Gromerhof trotz Hochzeitstrubel noch zuvorkommend zum abschließenden Beisammensein bewirtet.

Alle sind wieder gesund und mit neuen Eindrücken heimgekommen, wenn auch später als geplant! Geregnet hat es erst, als alles wieder eingepackt war.  

 

Text: Sigi Weipert

Bilder: Günther Maute