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Nördlicher Geigenkamm

vom 22.07. – 24.07.2020

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Der Geigenkamm bildet eine 28 Kilometer lange Trennwand zwischen dem Pitztal und dem Ötztal. Benannt ist er nach seiner höchsten Erhebung, der Hohen Geige (3395 m ü. A.).

 

Umhausen - Erlanger Hütte – Wildgrat

Wir starten unsere Tour in Umhausen und nehmen für die ersten Kilometer ein Hüttentaxi, um uns einen langweiligen Fußmarsch über eine kilometerlange Fahrstraße zu sparen (sehr zur Freude einiger Mädels). Der ursprüngliche Aufstiegsweg wurde durch ein Murengang verschüttet und nicht wieder instandgesetzt. Regen sagt der Wetterbericht für heute voraus und so starten wir, immer mit einem Auge gen Himmel, in Richtung Leierstal. Vorbei an der vorderen Leierstalalm, steigen wir durch schönes Almgelände zur kleinen, aber urigen Erlanger Hütte in 2550 m auf. Nur zwei kurze Regenschauer begleiten uns auf dem Weg dorthin. Nach einem leckeren, kurzen Mittagessen, beschließen wir heute noch den Wildgrat zu erklimmen. Maximal kurze Regenschauer, sagt unser Hüttenwirt, könnte es heute noch geben. Mit leichtem Gepäck steigen wir am Wettersee vorbei, über leichtes Blockgelände und letzte Schneefelder, zum Gipfelkreuz des Wildgrats (2971 m) auf. Dort werden wir belohnt, mit der Aussicht auf die umliegenden Berge. Ein kalter, scharfer Wind treibt uns aber bald wieder auf den Rückweg.
Den Abend lassen wir auf der Hütte bei leckerem Steinbockragout, Nudeln mit Gorgonzola und einem Zirbenschnaps ausklingen.

1570 Hm / 11,5 Km

 
Erlanger Hütte – Fundusfeiler – Frischmannhütte

Der nächste Tag zeigt sich mal sonnig, mal wolkig. Am Wettersee vorbei, steigen wir wieder in das Leierstal ab. Immer unser heutiges Hauptziel, den Fundusfeiler vor den Augen, können wir ahnen was auf uns zukommt. Doch zunächst laufen wir durch ein landschaftliches Highlight mit Wasserfällen, Gumpen und schöner Flora. Es sind nur wenige Menschen unterwegs und die Ruhe ist überwältigend.
Nach einer ausgiebigen Rast nehmen wir den Aufstieg zur Feilerscharte in Angriff. Wie unser Hüttenwirt sagte: „ …..sieht schlimmer aus, als es ist…..!“, entpuppte sich der Aufstieg weit weniger schwierig, als zunächst gedacht. Teils loses Geröll, leichtes Blockgelände und letzte Schneefelder, brachten uns ordentlich ins Schwitzen.
Von der Scharte stiegen wird die letzten Höhenmeter, ohne Gepäck, über den Südwestgrat zum Gipfel auf.  Auf dem Fundusfeiler (3079 m) bot sich uns eine spektakuläre Aussicht. Für Helgo war es sein erster Dreitausender und wir stießen darauf mit einem „Gipfelschnaps“ (ich werde ihn nie wieder vergessen Rudi…. ;-)  !) an. Auch die Sonne meinte es gut mit uns und gab zum Beispiel den Blick auf die Hohe Geige und die Wildspitze mit ihren Gletschern frei.
Beim Abstieg in das Funduskar ist die Frischmannhütte weithin sichtbar. Sie liegt sehr exponiert und ist von Dreitausendern umgeben. Auch hier, wie schon in der Erlanger Hütte, ist wenig los. Neben einer Gruppe Mädels und einem Pärchen, sind wir die einzigen Gäste. Am Abend stoßen wir noch einmal mit Helgo auf seinen Premieren Dreitausender an. Für den nächsten Tag ist ganztags Regen vorhergesagt und so beschließen wir, direkt in das Fundustal abzusteigen.

967 Hm / 12 Km

 

Frischmannhütte - Köfels

Am letzten Tag werden wir von Gewittergrollen geweckt, dass sich bis zum Frühstück zum Glück verzieht. Durch immer wieder länger andauernden Regen begleitet, beginnen wir den Abstieg in das Fundustal. Dabei kommt es zu einem Duell zwischen einem Ötztaler Ochsen, der den Weg blockierte und Rudi, unserem Fachübungsleiter. Wie schon in den Pyrenäen letztes Jahr, verlor Rudi das Duell und musste ausweichen. Für den Rest unserer Gruppe machte der Ochse dann Platz (ein Schelm, wer Böses dabei denkt …..!). Zugewachsene Wege und kein GPS-Signal zwangen uns zum Aufstieg auf den höher gelegenen Weg zum Wenderkogel. Am sogenannten Schartle nahmen wir den Weg nach Köfels. Von dort fuhren wir wieder mit einem Hüttentaxi nach Umhausen. Nach einem Mittagessen, traten wir dann die Rückreise an.

122 Hm / 6 Km

Eine schöne, teilweise sogar einsame Tour. Danke Rudi, für die großartige Planung und Ausführung!

Teilnehmer: Rudi, Waldtraut, Lisa, Sonja, Liliane, Helgo und Stefan

 

Bericht: Stefan Oschmann

Bilder: Rudi Engel, Stefan Oschmann