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Hochtour auf die Weißkugel (Palla Bianca), 3.739 m

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„Geheime Königin der Ötztaler, vergletscherte schroffe Gestalt, Schaustück der Ostalpen“, so stand es unter anderem in der Tourenbeschreibung des Jahresprogramms. Schlagworte, die in jedem Hochtouristen sofort Interesse wecken und so machen wir uns an einem Samstag zu sechst auf Richtung Südtirol. In unserem Fall wollen wir den Gipfel der Weißkugel von der Südseite angehen. Das heißt also Anfahrt über den Reschenpass, runter bis nach Mals und dann weiter in Matschertal, bis am Talschluss der Parkplatz am Gließhof zu sehen ist. Da es jedoch noch regnet und wir genügend Zeit haben, „hocken wir den Regen aus“. Der Glieshof entpuppt sich nämlich als Gasthof und nach einer guten halben Stunde sind tatsächlich einige blaue Lücken in der Wolkendecke zu erkennen. Wir marschieren los und erreichen nach ca. 2,5 Std. die Oberettseshütte (2680 m), in der wir die zwei kommenden Nächte verbringen. Nach der abendlichen Tourenbesprechung geht´s einigermaßen rechtzeitig ins Bett, da wir schon um 4.30 Uhr frühstücken wollen.

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Ein Blick am nächsten Morgen nach oben bestätigt, was der Wetterbericht gemeldet und was wir erwartet hatten: keine Wolke am Himmel - der Regen vom letzten Tag hatte wohl alles heruntergewaschen - kaum Wind und gerade die richtige, frische Temperatur. Da wir am Nachmittag ja wieder auf der Hütte sein wollen, können wir etliches Zeugs hierlassen – z.B. hatten wir Coronabedingt unsere eigenen Schlafsäcke mitgenommen – und so sind unsere Rucksäcke diesmal nicht ganz so schwer, wie vielleicht sonst schon einmal auf einer Hochtour.

Nach ca. zwei Stunden auf Bergpfaden, an einem kleinen See vorbei und noch einmal kurz absteigend erreichen wir den Matscher Ferner, an dessen Rand wir die Gurte und die Steigeisen anziehen und uns zu zwei Dreierseilschaften verbinden. Nach einem kurzen etwas steileren Einstieg auf den Gletscher wird es etwas flacher und wir gehen in grob nördlicher Richtung Hintereisjoch (3469 m). Wie schon erwähnt ist es nicht zu warm, wir sinken nicht ein und auch am „Matscher Wandl“ einem südseitig ausgerichteten, ca. 60 m hohen Steilstück herrschen einwandfreie Bedingungen, so dass wir auch das problemlos schaffen. Kurz darauf kommen wir zum etwas luftigen Gipfelgrat, der bei 1er Kletterstellen noch einmal unsere Aufmerksamkeit fordert und erreichen schließlich nach insgesamt 4,5 Std. Aufstieg den Gipfel.

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Viel zu sagen gibt es nicht, schaut euch einfach die Bilder an, die sagen in dem Fall mehr als tausend Worte…

Bekannte Gipfel in der Umgebung sind z.B. in östlicher Richtung die Finailsitze und der Similaun sowie nach Süden die Königssitze und der mächtige Ortler.

Nach einer kurzen Gipfelrast – wegen des wirklich perfekten Wetters waren doch relativ viele Bergsteiger unterwegs und am Gipfelgrat muss man ja auch noch auf Gegenverkehr achten, was auch wieder Zeit kostet – machen wir uns auf dem bekannten Aufstiegsweg auf den Rückweg und kommen am Nachmittag wohlbehalten aber etwas müde wieder auf der Hütte an. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Die einhellige Meinung: Besser geht´s nicht!

Wie schon am Vorabend gibt es auch heute ein klasse Essen auf der toll geführten Hütte. Ein 8er Schlafzimmer für sechs Personen, warmes Wasser in den Waschräumen, aufmerksame Wirtsleut, die einen nach dem Essen fragen, „ob man nicht noch a Glasl Roten zu trinken haben will“, was will man mehr ;)?

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Der Abschied am Montag in der Früh fällt herzlich aus und wir machen uns auf den Rückweg, was in dem Fall jedoch zuerst wieder ein paar hundert Meter Aufstieg Richtung Bildstöckljoch auf knapp 3000 m bedeutet, wollen wir ja über das so genannte „Klein Tibet“ und die Saldurseen absteigen. Auch hier haben Winni und Sebastian, unsere Tourenleiter, ein gutes Händchen bewiesen. Das glasklare und eiskalte Wasser der Seen erscheint in verschiedensten Türkistönen, was in der kargen Landschaft ein wirklich fantastischer Kontrast ist.

Wärmer werdende Temperaturen zeigen es an: Wir kommen immer weiter runter und erreichen gegen Nachmittag unseren Ausgangspunkt, von dem aus wir die Heimreise antreten.

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Danke an dieser Stelle noch einmal unseren beiden Tourenleitern Winni und Sebastian für die Planung und Durchführung der Tour!

 

Bericht: Hans

Bilder: Alex, Fabi, Hans, Horst, Winni

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