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Hochtour auf den Monte Cevedale

Vom 23.06.2015 bis 26.06.2015 bestiegen 8 Mitglieder der Sektion drei Gipfel in der Ortlergruppe.

 Aufgrund der schlechten Wettervorhersagen wurde der ursprüngliche Termin um zwei Tage nach hinten verlegt, deshalb trafen sich nur noch acht Mitglieder auf dem Rifugio Casati (3.269 M). Nach einem stärkenden Abendessen in kühler Umgebung ging es am nächsten Tag um 08.00 Uhr bei -10° C mit besten Schnee- und Wetterbedingungen auf den Monte Cevedale. Der Aufstieg wurde uns erschwert, da seit langer Zeit keine Seilschaften diesen Gipfel bestiegen haben.
So war es für uns eine schöne Erfahrung durch unberührtes Gletschergebiet die Aufstiegsspur zu legen. Nach 2,5 Stunden und 500 Höhenmetern erreichten wir nach dem ausgesetzten Gipfelgrat den mit 3769 Metern höchsten Punkt der Tour. Das Gipfelkreuz war tief im Schnee verborgen, sodass nur der oberste Teil herausspitzte. Der Abstieg erfolgte über die sog. 3 Kanonen, die im 1. Weltkrieg am Nordrand des Gletschers zurückgelassen wurden. Am Nachmittag bestiegen drei Mitglieder die Suldenspitze (3.376 M), welche 20 Minuten Gehzeit von der Unterkunft entfernt liegt. Auf beiden Gipfeln fanden wir ein traumhaftes Gipfelpanorama vom Mont Blanc bis zum Großglockner vor.

Besonders beeindruckend war der Blick auf den Hintergrat des Ortlers und die Königsspitze.

Am zweiten Tag machten wir uns bereits um 06.00 Uhr bei -3° C zur Überschreitung des Monte Cevedale auf. Der Aufstieg erfolgte in unserer Spur vom Vortag; wiederum bei besten Bedingungen. Diesmal konnten wir die Aufstiegszeit um 30 Minuten verkürzen. Nach einer kleinen Gipfelpause bei erneuter bester Sicht ging es auf den Palòn de la Mare (3.703 M). Zunächst wurden wir gezwungen auf 3200 Meter abzusteigen, da der Gratweg durch die Vereisung für uns zu gefährlich war. Somit konnten wir den Felsriegel umgehen und stiegen 250 Höhenmeter auf, über die Col de la Mare weiter zum Gipfel des Palòn de la Mare. Nach einer kurzen, kalten Gipfelrast, ging es über den Südgrat zum Gletscher und weiter an imposanten Gletscherabbrüchen zum Rifugio Branca (2.487 M). Die Gesamtgehzeit betrug 7,5 Stunden. Diese Hütte war besonders angenehm, da wir eine warme Gaststube und fließend warmes Wasser vorfanden. Ausdrücklich zu erwähnen ist das kulinarische Angebot.

Am Freitag erfolgte der 30 minütige Abstieg zum Parkplatz bei Santa Caterina Valfurva und die 6,5-stündige Heimfahrt über Bormio, Livigno, Landeck wurde angetreten.
Es gingen vier wunderschöne, erlebnisreiche Tage mit hochalpinen Eindrücken zu Ende. Alle acht Mitglieder kamen wohlbehalten zu Hause an.

 

Text und Bilder: Horst Rauch