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Große Schlicke

am 13.10.2019

Früh aufstehen fällt einem selten leicht, insbesondere nicht an einem Sonntag. Doch wenn bestes Wetter angesagt ist und eine Tour auf die Große Schlicke bevorsteht, dann freut man sich sogar auf den schrillen Ton des Weckers. So trafen wir uns hochmotiviert und voller Vorfreude um 6.30 Uhr an der Geschäftsstelle. Im Nu wurden die elf Leute auf die Autos aufgeteilt und los ging`s in Richtung der Tannheimer Berge. Am Parkplatz beim Gasthaus Bärenfalle in Musau angekommen, starteten wir dann unsere Tour um kurz nach 8 Uhr. Der ein oder andere von uns rätselte noch über die exakte Anzahl der bevorstehenden Höhenmeter und hoffte, dass die Kondition ausreichen würde…

Anfangs ging es auf einer Forststraße durch den noch schattigen und bunt gefärbten Wald immer am Sababach entlang in das Reintal hinein. Da dieser erste Anstieg noch nicht allzu fordernd war, hatten wir noch genügend Puste, um uns zu unterhalten und die bunt gemischte Gruppe besser kennenzulernen. Bei der Musauer Alm verließen wir den Fahrweg und bogen auf den Steig ab, der nun deutlich anstrengender bergauf führte. Wir freuten uns daher auf das erste Sonnenplätzchen für eine Trink- und Essenspause - mit bester Sicht auf die atemberaubenden Nordwände von Gimpel, Köllen- und Gehrenspitze.  So genossen wir die morgendlichen Sonnenstrahlen und unsere mitgebrachte Brotzeit. Frisch gestärkt ging es dann weiter in Richtung Gipfel. Doch zunächst war noch etwas Baum-Kraxelei gefragt, da uns einige umgestürzte Bäume den Weg versperrten.

Noch begegneten uns nicht viele Leute und wir konnten die Stille der Berge, die frische Herbstluft und die wunderschöne Natur in aller Ruhe genießen. Mit der Zeit wurde der Wald lichter und die Temperaturen wärmer, fast schon sommerlich. Petrus war uns wahrlich gut gesinnt! Wir trafen schließlich auf die deutlich mehr begangeneren Wege, die von der Otto-Mayr-Hütte und vom Füssner Jöchle nach oben führen. Das Gipfelkreuz in Sicht meisterten wir dann auch noch die letzten Höhenmeter auf zunehmend felsigerem Pfad problemlos.

Nach etwa 4,5 Stunden standen wir dann am Gipfelkreuz und bewunderten die grandiose (Aus-)Sicht. Auf dem Gipfel selbst tummelten sich allerdings die Leute und der Wind wehte ziemlich stark. Etwas abseits vom Trubel um das Gipfelkreuz ließen wir uns die restliche Brotzeit schmecken. Danach stiegen wir gemütlich zur Otto-Mayr-Hütte ab und genossen dort bei Kaffee, Vollmond-Bier, Topfenkuchen und Apfelstrudel die wärmenden Sonnenstrahlen.

Schließlich ging es an die restlichen 1,5 Stunden des Abstiegs. Die Musauer Alm war schnell erreicht und ab hier war dann der Weg der gleiche wie beim Aufstieg. Die bunte Färbung des Waldes kam in der rotgoldenen Abendsonne besonders schön zur Geltung und sorgte für einen äußerst kurzweiligen Rückweg zum Parkplatz.

Fazit: Die Tour war so schön, dass wir im Endeffekt gar nicht merkten, dass wir so viele Höhenmeter (1.200 Hm) gegangen sind, weshalb einige von uns dann feststellten: „Das ging ja viel besser als gedacht und war nur halb so anstrengend wie befürchtet.“ Es war in der Tat ein goldener Oktobertag, den wir perfekt genutzt und sehr genossen haben.

Danke Hannes für die Organisation und die tolle Tour! Gerne wieder!

 

Text: Angela Götzfried

Bilder: Hannes Götzfried