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Glas und Moor

Maiwanderung am Samstag, 16. 05 2020

  • Coronauniform
  • Coronademo
  • Schön war`s, Anouk
  • Coronaabstände
  • 1

Das war neu beim DAV: Freigabe der Touren unter Corona-Aspekt. Getrennte Anreise, Abstandshaltung und Mundschutz! Nachdem wir uns mit den bayrischen und den DAV-Richtlinen vertraut gemacht hatten, war doch noch ein Anruf beim Polizeichef von Bad Wurzach gut – Baden-Württemberg hatte noch einen kleinen Sonderweg zu bieten! Aber wir wurden auch beruhigt: „Ins Moor naus juckt bestimmt koi Kontrolle von dene Jonge, dia wo am Samstag Dienst hent“.

Wir haben trotzdem zwei Gruppen (Familien- und Personenzahl stimmig) gemacht und möglichst Abstand gehalten. Doch das Mundschutztragen wäre an dem wunderbaren Maienmorgen in der freien Natur eine Strafe gewesen.

Pünktlich waren alle beim Parkplatz „Wurzelsepp“. Rainer Grünbeck – ein Wurzacher Urgestein und ehemaliger Mitarbeiter im Glaswerk gesellte sich zu uns. Er wanderte voraus kreuz und quer auf den Pfaden durchs Ried, unterhielt uns mit launigen Reden über Bad Wurzach, dessen frühere Torfvermarktung und die Torfstecherei. Viel Wissenswertes zur heutigen Gestaltung und den Bemühungen zur Moorerhaltung war dabei. Selbst den Wasserbüffeln, die zur Moorpflege angeschafft wurden, konnten wir zuwinken. Und Günther fand auch noch den Kuckuck, dessen Rufe unsere Wanderung begleiteten. Die Moortretstelle an der Wurzacher Aach bot den netten Abschluss des ersten Programmteils.

Der Arbeitgeber der Region, das Glaswerk Verallia / Oberland hatte wegen Corona die Besichtigung abgesagt. Aber unser Rainer hatte den Schlüssel zumindest für das Gelände der Altglasaufbereitung. Alle wollten trotz der langen Wanderung noch mit. Die Glasfabrik entstand, weil man annahm, dass Torf als Heizmaterial geeignet ist. Fehleinschätzung – dadurch kamen aber gezwungenermaßen viele Innovationen aus der Firma, die heute weltweit agiert und die 1972 für die Altglassammlung der Initiator war. Wie alles, was wir in die Glascontainer werfen, aussortiert und wieder verwendet wird, lernten wir in praxi. Auch, was man alles im Container findet gibt zu denken: Von der Windel über Schuhe, Kriegsmunition etc. – sogar eine tote Boa-Constrictor hätte sich einmal lebensecht über das Förderband bewegt und für helle Aufregung unter den Beschäftigten gesorgt.

Es waren an diesem Tag für mich Informationen genug - Rainers Angebot, nach Freigabe ein auch die Glasherstellung zu besuchen, wurde spontan von allen „gebucht.“

Der Nachmittag war fortgeschritten – gemeinsam ging es noch in den Kurbereich zum Kugeleis!

  • Federgras
  • Moorfußbad
  • Federgrasmoor
  • Altglasberge
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Die Teilnehmer – gelistet nach DAV-Empfehlung:

Gruppe 1Gruppe 2
Eisele, Maria und Andreas Fickler, Alois
Böck, Angela und Wilhelm           Weippert, Christina und Siegfried
Maute, Günther Böttcher, Alma und Anouk

 

P.S. Für den Willi fanden wir im großen Ried keine einzige Erle, erst als er sich verabschiedet hatte, sahen wir im Kurbereich einige Exemplare!

Sigi Weippert