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Die erste Spur - Skitourenkurs

Skitourenkurs am Samstag, 19.01.2019


Wo: Füssener Jöchle – Vilser Alm
Teilnehmer: Maria Wiedemann, Rainer Montag, Manuela Stache, Wolfgang Stache
Leiter: Dr. Daniel Pascher
Ziel: Eigenständig eine Skitour unternehmen zu können und dabei nicht mehr auf das „Vorspuren“ anderer angewiesen zu sein.

Kurz bevor uns die erste Gondel auf Füssener Jöchle befördert, führen wir den LVS-Check durch, der bei jeder Skitour zum Pflichtprogramm gehört.
Daniel nützt die Gondelfahrt schon mal gleich, um die Erwartungen und Befindlichkeiten von uns Teilnehmern zu erfragen.
Wir beginnen unsere Tour zuallererst mit einer nordseitigen Pistenabfahrt zur Jochalpe.
Vor dem Einstieg ins Gelände folgt die erste Theorieeinheit bei wolkenlosem Himmel, Sonne, aber eiskalten Temperaturen.
Brrrrr- dennoch konzentriert, lesen und erörtern wir den Lawinenlagebericht mit Beispielsuche in der Umgebung des Füssener Jöchles. Wir lernen, Triebschneeablagerungen zu erkennen und finden unterschiedliche Gefahrenpotentiale der häufigsten Lawinenarten: Schneebrett-, Gleitschnee-, Lockerschneelawinen.
Daniel sensibilisiert uns von Beginn an, sich die Umgebung einzuprägen, markante Sichtpunkte zu merken, um sich dann anhand von Kartenmaterial, Kompass und Höhenmeter bestmöglich zu orientieren. Aber jetzt erst mal los: Erste Abfahrten in herrlich unverspurtem Tiefschneegelände. Freude bei allen Teilnehmern - der weiche Tiefschnee ermöglicht uns, auch steileres Terrain kraftsparend zu befahren. 

Auf flachem Gelände, in einer Schneise, fellen wir auf. An dieser Stelle bietet sich uns ein Bild der Zerstörung. Nur wenige Tage zuvor ist hier wohl eine Lawine niedergegangen, die Bäume mit sich gerissen und manche, anscheinend wie Streichhölzer, umgeknickt hatte. Laut Daniel war hier zuvor noch Wald.

Wir alle haben nun nacheinander die Gelegenheit, unter der aufmerksamen Beobachtung von Daniel unsere erste Spur zu ziehen und dabei Geländeverlauf, gleichmäßigen Anstiegswinkel und Gefahrenpotential zu berücksichtigen. Wie bestellt, ziehen auch noch unzählige Heißluftballons, in der Sonne stehend, über uns hinweg (wegen des internationalen Ballonfestivals, das diese Woche in Tannheim stattfindet). Nach ca. 300 Hm in bis zu 36° steilem Gelände (Spitzkehrentechnik beherrschten alle - mehr oder weniger) erhaschen wir einen spektakulären Blick auf die „Weiße Wand“ und erkennen mit geschärftem Blick die Abbruchkante der erwähnten Schneebrettlawine.
Wir fellen ab und es geht talwärts zur Vilser Alm, auf der wir eine Pause inklusive weiterer Theorieeinheiten einlegen. Schlittensitzgelegenheit draußen, bei ca. -13°C im Kurspreis inbegriffen.  Später dann doch noch ein kurzer Aufwärmkaffee in der Hütte, nachdem der große Schwung an Spaziergängern und Schlittenfahrern verschwunden ist.
Der Arbeitstermin von Maria nötigt uns, das Nest der Vilser Alm zu verlassen um den 600 Hm - Anstieg rechtzeitig anzugehen.

Ein Traumtag neigt sich dem Ende zu, mit fantastischen Weitblicken gen Norden, den beleuchteten Bergspitzen von Vilser Kegel, Hundsarschjoch, großer Schlicke und einem aufgehenden Fastvollmond.
Maria sei Dank, sonst hätten wir am Ende noch die Stirnlampen aus dem Rucksack ziehen müssen.

Dieser Tag mit unverspurtem Pulverschnee, einer homogenen Teilnehmergruppe, einem höchst kompetenten, ehrenamtlichen Kursleiter und einer großen Menge an hilfreichen, konstruktiven Lehrinhalten macht jedem von uns Mut, demnächst eine eigene Tour in freiem Gelände zu planen und gefahrlos wie genussvoll durchzuziehen.

Danke an Daniel. Du hast unseren Skitourenhorizont in toller Manier erweitert!
 

Text: W. & M. Stache

Bilder: Daniel Pascher / Wolfgang Stache