Inhalte ausblenden

Helter Skelter Konzert im Forum

eine Veranstaltung des DAV Sektion Mindelheim

Rockige Andenken an die gute alte Zeit

„Helter Skelter“ spielen im Forum Classic Rock vom Feinsten

Von Reinhard Stegen in der Augsburger Zeitung vom 15.05.2012


Einige Stücke waren älter als die Musiker selbst:
Helter Skelter spielten im Mindelheimer Forum und
das Publikum amüsierte sich prächtig. Foto: stn

Kann man zu alt sein für den Rock’n’Roll – eine Frage, die die britische Band Jethro Tull mit ihrem Album „Too Old to Rock’n’ Roll: Too Young to Die!“ bereits 1976 aufwarf. Im Mindelheimer Forum konnte man darauf am Freitag eine Antwort finden. Hier spielte auf Einladung des Alpenvereins „Helter Skelter“, eine Band, die längst zu einem Phänomen geworden ist – vor allem in der Ü-40-Szene. Auch im Forum bestimmen sie das Bild, die Vertreter der „in Würde ergrauten Generation“ mit mehr oder weniger tiefen Furchen, die das Leben in ihren Gesichtern hinterließ. Einige hatten sich in stilechte Klamotten der „guten alten Zeit“ geworfen, und so wie Helter Skelter ihren ersten Song „Sultans of Swing“ von den Dire Straits anstimmten, bemächtigte sich der Beat-Rhythmus nahezu des gesamten Publikums.

Es folgen Meilensteine der Rockgeschichte von Eric Clapton, Huey Lewis, Rolling Stones, Beatles, Pink Floyd, Doors ..., denen kein Radiosender, aller wöchentlich in die Charts gespülten Neuheiten zum Trotz, auf Dauer aus dem Weg gehen kann.

Dabei haben diese Hits dreißig, vierzig und mehr Jahre auf dem Buckel und dröhnten bereits aus den Kofferradios, bevor ein Teil der Bandmitglieder das Licht der Welt erblickt hatte. Dennoch – und das ist wohl Teil des eingangs erwähnten Phänomens – sei das, was sie auf ihren Tourneen spielten, so Bandleader Peter Schreiner, ihr eigenes Wunschkonzert und fügt in Richtung Publikum hinzu: „Wir wissen zu schätzen, dass ihr uns das ermöglicht“.

Mit dem Original-Sound nehmen sie es ganz genau

Helter Skelter ist gewiss eine Cover-Band, und doch ist sie ein wenig anders. Das mag daran liegen, dass die Truppe so authentisch klingt, nur noch übertroffen vom Original selbst. Das Arsenal an Gitarren auf der Bühne ist ein Hinweis darauf, wie genau es die Band mit dem Sound nimmt. Zugleich ist das Unternehmen aber auch eine Art respektvoller Verbeugung vor den echten Pop- und Rock-Titanen zurückliegender Dekaden und der über schnelle Trends und Urheberrechtsdebatten erhabenen „Schöpfungshöhe“ ihrer Stücke. Wie sonst ließe sich erklären, dass sich Andrea Emser, einzige Frau im Team, des Janis Joplin Titels „Me and Bobby Mc Gee“ annimmt. Vielleicht noch mehr überrascht wenig später der Gastauftritt der erst 19-jährigen begnadeten Gitarristin Yasi Hofer und ihre musikalische Würdigung des nach der Zeitrechnung großväterlichen Jimi Hendrix.

Zugleich ist mit dem ältesten Dan Lucas ein Bandmitglied dabei, das in der internationalen Popmusik-Szene mitgemischt hat.