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40 Sommer in den Alpen

DIENSTÄLTESTER HÜTTENWIRT IM ALLGÄU

Jochen Krupinski ist der dienstälteste Hüttenwirt im Allgäu.
Seit 40 Jahren bewirtschaftet er die Mindelheimer Hütte.
Von Michael Munkler

(in: Augsburger Allgemeine Zeitung vom Donnerstag, 5. Juli 2012)

 

„Hier oben“, sagt Jochen mit Bestimmtheit und einem Lächeln, „ist der beste Platz im Allgäu.“ Ein magischer Ort. Viele Sommer verbrachte er hier mit seiner Frau Centa. Zuvor hatten sie einige Jahre lang andere Hütten im Allgäu bewirtschaftet. Inzwischen hat der 61-Jährige mit Rainer Müller und Lucia Kitzelmann eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Hüttenwirts-Team gebildet. Zusammen mit dem Personal besteht die Mannschaft aus acht bis zehn Frauen und Männern.

Die Mindelheimer Hütte ist Jochens Lebenswerk. Zwei Drittel des Unterkunfts-hauses mit rund 160 Schlafplätzen hat Jochen saniert, modernisiert – abgerissen und neu gebaut. Und dann hat sich der in Ulm geborene und in Kempten aufgewachsene Maschinenbauer vor allem um das Energiekonzept für den Alpenvereins-Stützpunkt gekümmert: Schon 1997 wurde die Mindelheimer Hütte denn auch mit dem Umweltgütesiegel des Deutschen Alpenvereins (DAV) ausgezeichnet.

Der Jochen ist ein alter Tüftler. Angesichts von immer heißeren Sommern geht es derzeit darum, die Wasserversorgung der Hütte zu sichern – auch für den August und September, wenn die Altschneefelder abgeschmolzen sind.

Aber der 61-Jährige ist nicht nur ein „Mächler“. Der beliebte Hüttenwirt ist ebenso ein Genussmensch. Vielleicht kocht er deswegen so gerne – und so gut. Und vielleicht werden die Hüttenabende mit ihm auch deswegen manchmal etwas länger. Für die nächsten Jahre hat er sich vorgenommen, etwas kürzer zu treten und auch mal ein oder zwei Ruhetage in der Woche einzulegen.

Zu Hause, im Oberallgäuer Eschach, bietet Krupinski in seinem Bauernhaus
Ferienwohnungen an und kocht außerhalb der Hüttensaison für Gruppen. Wenn er nicht gerade unterwegs ist – irgendwo auf den Meeren der Welt. Segeln ist eine andere Leidenschaft des Hüttenwirts. So zog es ihn in den vergangenen Jahren immer wieder in die Ferne: Auf die Kapverden oder nach Brasilien. Derzeit liegt sein Boot vor den Kanaren.