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Rundtour im Appenzell am 17. November 2018

Äscher – Wildkirchli – Ebenalp – Schäfler

Teilnehmer: Maria und Peter Wiedemann, Günther Maute, Andrea Seitz, Petra Penschow, Margit Huber, Rosi Kretzinger, Liane Faust und Sigi Weippert

Nachdem auch noch Andrea am Glascontainer zugehoppelt war, musste das erste Lob an Peter gehen. Termingerecht zum 100jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts hatte er im Bus die doppelte Damenquote! Eine schwere Aufgabe für den Tourenleiter, denn die telefonischen Bedenken vorab waren gravierend: Zu hoch, zu weit weg, keiner kennt das, in der teuren Schweiz und dazu kamen noch die eigenen Wetterbedenken für Ende November.

Das „zu weit“ entkräftete Peter mit souveräner Fahrweise – nach 90 Minuten waren wir in Weißbad und fanden auch hoch über den Schleichweg zum Insiderparkplatz. Dicker Nebel umgab uns. Man sah gerade noch zwei Wanderer darin entschwinden.

Nach 100 Hm fand dann das immer wieder faszinierende AHA-Erlebnis statt: Stahlblauer Himmel zwischen den Nebelschwaden und dazu die steilen Kalkwände des Äschers über dem Wald. Wenig später sitzt man auf der luftigen Terrasse des spektakulär unter die überhän-gende Felswand geklebten Gasthauses und Günther ist froh, dass es geschlossen hat. Hier klärt er uns auf. GEO hätte darüber berichtet, dass man einmal im Leben am Äscher und Wildkirchli gewesen sein muss. Seither kommen Tausende aus allen Kontinenten hierher, allerdings meist mit der Ebenalp-Seilbahn (momentan in Winterruhe). Wir waren fast alleine!

Den Hohen Kasten in der Sonne, Alp Sigl und Hundsstein noch dunkel – Panorama mit Pfiff. 

An Felseneck bläst die Windböe fast Liane die „Freitreppe“ hoch. Margit versucht zu fliegen mit ihren Wuschelkopf. Danach plötzliche Stille im Felsenkirchli. Es wirkt heute sehr medidativ mit den eingepackten Bänken und dem winterfest seilgesicherten Geländer.

Danach tastet man sich durch die Höhle hinauf und kommt unter der Ebenalp auf den Weg zum Schäfler hinüber. Ein gut angelegter Steig führt hinauf – ausnahmsweise kommt das Gipfelkreuz vor dem geschlossenen Gasthaus. Auf der sonnigen Bank sind auch Andrea und Petra zufrieden über die 1924 m NN und Rosi bringt sogar den Gipfelschnaps in Pralinenform in die fröhliche Runde. Der Rundblick vom Wetterstein über die Lechtaler, Altmann, Säntis und die aus dem Nebelmeer herausspitzelnden Vorberge sucht seinesgleichen.

Der Schäfler ist eine dreiseitig steil abfallende Spitze. Wir wollen auf der Westseite hinab und müssen erst an dem roten Schild vorbei: „Nur für Geübte – Anseilstrickli im Restaurant erhältlich“. Ohne Strickli, dafür mit Erschwernis aufgrund des schon winterfest auf dem Boden liegenden Halteseils turnen wir hinüber und hinunter. Die Wegsicherung ist mit Schweizer Präzision und Überfluss neu gebaut – also alles problemlos. Den steilen Abzweig zur Alp Stoß nehmen wir noch nicht ernst und so ergibt sich eine lange Wegschleife im Sonnenschein. Nachdem es auf dem Schäfler Kritik am kühlen Wind gab, konnte dieser auch abgestellt werden. Auf dem exklusiv schönen Panoramaweg bummelt man dann mit leichtem Auf und Ab wieder zum Äscher. Sonne im Rücken, rundherum die bizarren Felsen des Säntis und der Blick nach unten auf die bereiften Bergwiesen rund um den Seealpsee im Schatten – er wurde nur getoppt von den Licht- und Schattenspielen auf dem Nebelmeer beim Abstieg.

Die Einkehr war im Klosterkeller der Mehrerau geplant – Fehlanzeige wegen Pächterwechsel, Dunkelheit und Totenstille im Klosterareal. Da bot sich die Besichtigung der nagelneuen Raststation am der Grenze für einen kleinen Absacker an – Ende gut, alles bestens.

Resümee: Nicht zu hoch, Entfernung dank Marias Assistenz zu Peters souveränem Fahrstil kein Thema mehr, alle kennen es jetzt, keiner hat einen Schweizer Franken ausgegeben und dazu einmalig schönes Wetter. Braucht’s mehr im November?

Text: Sigi Weippert

Bilder: Maria Wiedemann, Rosi Kretzinger, Peter Wiedemann

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