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Auf einsamen Pfaden durch die Berge Südtirols - Der Pfunderer Höhenweg

vom 15.09.- 18.09.2020

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Einsam, alpin und wunderschön – so präsentieren sich die Pfunderer Berge im Pustertal mit herrlicher Aussicht auf die Zillertaler Alpen und die Dolomiten.

1.    Tag: von Sterzing zur Simile-Mahd-Hütte
Pünktlich um 6.00 Uhr starten wir bei der Schreinerei Engel Richtung Sterzing, wo wir am Bahnhofsgelände parken und unsere 5-tägige Wanderung beginnen. Durch einen schönen Lärchenwald und Wiesengelände gelangen wir nach ca. 2 ½ Stunden zum Gschließegg, wo wir bei ersten Ausblicken aufs Pfitscher Tal die erste Brotzeit verdient haben. Weiter geht’s über Wiesenpfade zum Trenser Joch und zur Simile-Mahd-Hütte, unser erstes Übernachtungsquartier, wo wir nach einem reichhaltingen Knödelessen hundemüde ins Bett fallen.

2.    Tag: Von der Simile-Mahd-Hütte über die Wilde Kreuzspitze zur Briner Hütte
Heute steht die kürzeste Etappe dieses Höhenweges an und wir passieren nach zwei Stunden Gehzeit das Sengesjoch, wo uns ein wahrer Augenöffner erwartet: in einem gewaltigen Kessel liegt der dunkelblaue Wilde See, der tiefste Bergsee Südtirols, einge-rahmt von einer eindrucksvollen Bergkulisse und Weitblick auf die Dolomitenkette. Über das Karjöchle, 2917m, gelangen wir mit einer kleinen Kraxeleinlage zur  Wilden Kreuz-spitze, mit 3132 m der höchste Punkt des Pfunderer Höhenweges. Übers Rauhtaljoch steigen wir zur Brixner Hütte ab.

3.    Tag: von der Brixner Hütte zur Edelrauthütte
Die Vier-Scharten-Tournee und gleichzeitig Königsetappe des Pfunderer Höhenwege!. Nach etwa einer Stunde nach Aufbruch an der Brixner Hütte erreichen wir die Stein-karscharte. Zügig bergab über Schutt und Felsbrocken wandern wir weiter über das wunderschöne Gelände der Weitenbergalm in Richtung Kellerscharte und vorbei an ei-nem rauschenden Wasserfall und einigen seilversicherten Felsen zur Dannelscharte. Schon etwas müde gönnen wir uns eine Pause, bevor wir über das Weißsteinkar zur Gaisscharte, 2752 m, gelangen. Wir zwängen uns durch einen schmalen Felsspalt und schauen in den Abgrund. Mittels Eisenkette und Tritthilfen klettern wir etwa 30 m in die Tiefe und wandern weiter über ausgedehnte Blockfelder am Eisbruggsee vorbei zur Edelrauthütte –  
neu, schön, duschen und gutes Essen.

4.    Tag: Von der Edelrauthütte zur Tiefrastenhütte
Wir steigen von der Edelrauthütte ab zur Eisbruggalm und erreichen nach einigen Hö-henmetern und ca. 3 Stunden Gehzeit die Gruipalm – Mittagsrast! Weiter bergauf zum Passenjoch mit Blick auf die Zillertaler Prominenz von Turnerkamp, Schwarzenstein und Großem Löffler erreichen wir ein Feld mit riesigen Felsblöcken und es geht steil und mühsam zur Hochsägescharte hinauf, wo ein gewaltiger Donner und dunkle Wolken uns zur Eile mahnen. Bald fallen die ersten Regentropfen und noch rechtzeitig erreichen wir die Tiefrastenhütte.

5.    Tag: Von der Tiefrastenhütte nach Sankt Georgen
Die fünfte und letzte Etappe des Pfunderer Höhenweges hat es nochmal in sich. Zum Abschluss wird ein knapper Halbmarathon bewältigt, die vielen Aufs und Abs, die finalen Kraxeleien am Nordgrat des Sambocks und der schier endlose Abstieg hinunter ins Tal zehren nochmals an der Substanz. Ein gemütliches Auslaufen sieht anders aus. Zwölf-erspitz, Putzenhöhe, Bärentaler Spitze, Plattner Spitze und der Sambock sind zu über-schreiten. Die Einkehr beim Gasthof Kofler am Kofl nach ca. 7 Stunden Gehzeit haben wir uns redlich verdient. Ein großes Stück Apfelstrudel und ein Cappuccino – und wir schaffen die letzten 700 Höhenmeter hinunter nach Sankt Georgen, wo wir in einem schönen alten Gasthof übernachten.

6. Tag: Bahnfahrt zurück nach Sterzing und Heimfahrt
Insgesamt waren 84 Kilometer und 7569 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Jedoch lassen die Erinnerungen an die wunderschöne Landschaft, die  Weitblicke auf die Do-lomitenkette, die gemütlichen Hüttenabende und das gute Essen die Strapazen schnell vergessen.

Bericht: Lisa Stadler

Bilder: Rudi Engel