Gimpel und Zwerchenwand – Zwei Klettertouren in den Tannheimern

am 20. und 21. Juli 2018

Rote Flüh (links), Judenscharte und Gimpel-Südwand (rechts), der Gimpel-Westgrat verläuft direkt von der Scharte zum Gipfel

luftige Kletterei in der dritten Seillänge

im oberen Abschnitt des Gimpel-Westgrats, im Hintergrund die Rote Flüh

nur noch wenige Meter zum Gipfel des Gimpels

Abstieg auf dem Gimpel-Normalweg

immer wieder würzen Ier und IIer Stellen den Gimpel-Normalweg

deftiges und verdientes Abendessen nach einem langen Klettertag auf dem Gimpelhaus

Es stand wieder Klettern auf dem Plan, diesmal in den Tannheimern rund um das Gimpelhaus als Übernachtungsbasis. Den Westgrat am Gimpel und den Westgrat an der Köllespitze, 2 alpine Klassiker, haben wir uns vorgenommen.

In der Früh starten wir erst mal mit dem Aufstieg zum Gimpelhaus, erleichtern dort unser Gepäck um die Übernachtungsutensilien und laufen dann mit leichten Kletterrucksäcken weiter zum Gimpel Westgrat.
Die Route belohnt mit schöner und leichter Kletterei in gutem Fels. Einzig die Schlüsselstelle „Nur Mut Johann“ verlangt etwas mehr Herz. Schön, dass sie direkt nach dem 3. Standplatz kommt, so kann uns Stephan beim Vorsteigen noch die entscheidenden Tipps geben, damit wir auch diese Herausforderung gut und sicher meistern. Ab hier ist der Aufstieg nur noch alpiner Genuss und bald ist der Gipfel erreicht. Die Gipfelrast fällt etwas kurz aus, weil sich unweit die ersten Gewitterwolken auftürmen und Donner zu grollen beginnt. Also lieber direkt weiter, schließlich ist der Abstieg über den Normalweg des Gimpels bei Gewitter kein Vergnügen.

Während wir weiterlaufen verzieht sich das Wetter genauso schnell, wie es gekommen ist und wir schmieden schon wieder Pläne, was wir mit dem Rest des Tages anfangen sollen. Eine Route mit Sportklettercharakter geht allerweil no … und davon gibt’s hier doch reichlich Auswahl. Man muss den Tag nutzen, besonders, wenn für den nächsten Tag schlechtes Wetter angesagt ist. Unsere Wahl fällt auf den Zwerchenweg an der Zwerchenwand, der Einstieg ist nur einen Steinwurf entfernt.

Die ersten beiden Seillängen sind wieder leichter Genuss ohne Reue, doch die seitlich abschüssige Platte in der 3. Seillänge bringt sogar Stephan leicht ins Schwitzen. Nachdem diese Schwierigkeit gemeistert ist, geht’s noch vier Seillängen weiter, etwas sportlicher als zuvor am Gimpel, dafür weniger alpin. Am Ende der Tour ist es doch schon späterer Nachmittag geworden, also seilen wir direkt wieder ab und gehen zur Hütte zurück.

Der zweite Tag bringt den versprochenen Regen, auch Warten bringt keine große Verbesserung. Nach einem gemütlichen Frühstück und noch etwas Trockentraining in Sicherungstechnik und Standplatzbau im Boulderraum des Gimpelhauses machen wir uns an den Abstieg. Die Köllespitze muss noch ein wenig warten. Doch auch in der verkürzten Version war der Ausflug ein sehr erhebendes Bergwochenende.

Text:     Hanni Matt und Bernhard Graf
Fotos:   Stephan Baur

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