Klettersteigtour auf die Wankspitze (2208 m)

am Sonntag, 24. Juni 2018

Höllreise (Grünsteinscharte) links - Stöttltörl rechts

Erst ein Mail, dann noch ein Anruf von Peter – es seien Absagen gekommen und ich könnte doch mit auf die Wankspitze gehen. Na, denke ich, gehst mal mit, damit er alleine mit seiner Maria nicht auf Dummheiten kommt.

Einsamkeit – weit gefehlt – 15 (in Worten: fünfzehn) Tatenfreudige waren früh um 7 Uhr an der Geschäftsstelle und es musste noch der Wolfgang seinen Bus aus der Garage zerren, damit alle mitkamen. Chapeau für die Organisation!

Kaffeepause in Nassereith, dann weiter bis Arzkasten und gemütlich Abmarsch Richtung Lehnberghaus. Mit Peters Vorstellung, dass seine neugeschulten Wanderführer kleine Grüppchen nach oben kujonieren, war sehr schnell Schluss, weil jeder lieber nach seinem Gusto dahintrabte. Und die Orchideen empfingen uns auch gleich am Wegesrand: Prachtvolles Knabenkraut (das breitblättrige) und die seltenere Nestwurz. Am Lehnberghaus war noch keine Einkehr angesagt. Dafür hockte dort der Senn neben seinem häkelnden Gspusi auf der Bank bei zwei prächtigen Kärntener Schwarzkopfschafböcken vor der Tasse. Und Hörner hatten die – der Peter wollte es nicht glauben!

Links am Haus vorbei geht es in angenehmer Steigung in den Kessel unter der Grünsteinscharte und plötzlich baum- und buschfrei in das Stötttörl. Das Wetter meint es gut – durch die Bewölkung kam man nur mäßig zum Schwitzen und im Törl zog sich jeder die Jacke drüber – der Wind kam flott aus dem Tal.

Der Klettersteig beginnt knapp über dem Törl – Pit, Sebastian und andere flitzten los und durften dann dafür auf dem Gipfel und im Lehnberghaus länger warten. Margit ging mit der zweiten Gruppe. Jürgen fand die Seile überflüssig und Wolfgang gab feine Tipps für Alle (mein ausgereiftes Set fand mehrfach seine Aufmerksamkeit) – drei Damen erkoren sich Peter als Führer am Gruppenschluss. Der Klettersteig ist bestens versichert. Maximale Schwierigkeit ist C und es gibt viele leichtere Erholungsstellen dazwischen. Der originale Weg geht kurz vor dem Steigende links unten weiter, wer es besser haben will, geht rechts hoch und hat auch mal eine leichte „D“ Stelle dort. Natürlich kletterten alle rechts. Der letzte Gratturm wartet oben mit extremem Gipfelbänkchen auf – ich konnte mich sogar drauflegen, weil der Kreislauf kurz Schwierigkeiten machte. Gottseidank war nicht die ganze Gruppe gleichzeitig da oben – sonst hätte ich das Umsorgen wohl nicht überlebt! Landschaftlich ist dieser Vorgipfel besonders eindrucksvoll – ringsum die Mieminger Berge und weiter der Blick bis ins Lechtal.

Sehr hübsch ist der grasige Gipfel – die „Kärntener“ mähen fein da oben um das Kreuz.

Der Abstieg zum Lehnberghaus kam mir länger vor als der Aufstieg – dafür gab es flott Radler mit Kuchen etc. Plötzlich kam „Wetter“ auf – es sah schwarz und nass aus. Alle flitzten los, jedoch musste man sich sehr beeilen, damit man kurz vor den Autos noch einige Tropfen abbekam – die Wolken hatten anders entschieden.

Dafür war über uns plötzlich blauer Himmel – ringsum rabenschwarzes Gewölk, eine tolle Stimmung. Simone konnte ihren Sebastian noch beruhigen (der hätte gerne alles schneller gehabt), die Margit kam sicher noch rechtzeitig heim zum Tatort und keiner beklagte sich bei der fröhlichen Verabschiedung in Mindelheim.

Durch die gegenseitige spürbare Rücksichtnahme war es eine gute Bergtour – auch, weil alle sich Zeit für die Berge nahmen und nicht zum nächsten Termin am Abend heimeilen mussten.

 

Text: Sigi Weippert

Bilder: Rosi Kretzinger, Bettina Egg, Margit Huber, Wolfgang Stache

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