Geologietag

am 30.09.2017

Besonders erfreulich war, dass Schüler (3., 6., 8. Klasse) beim Ausflug in den württembergischen Teil der Ostalb dabei waren.
Christine und Angelina Stehr, Georg und Coralie Schietinger mit Freundin sowie Günther Maute und Christina mit Sigi Weippert fuhren ab Mindelheim – Dr. Ulrike Corradi mit Luciano, Miriam Schenk und Maria Hulakova ergänzten die Gruppe aus Augsburg. Treffpunkt war Heldenfingen – ein Dörfchen, dessen Lage an den Meeresklippen halt erst nach 15 Mio. Jahren es zumindest für die Geologen interessant macht. Das „Heldenfinger Kliff“ ist als besterhaltener Strand des tertiären Meeres durch seine Bohrmuschel- und Bohrschwammrelikte bekannt und anschaulich erschlossen. Nach dessen intensivem Studium trieb uns der feuchte Nebel dann in die Bäckerei in Gerstetten zum zweiten Frühstück.

Nächster Halt war das „Sontheimer Wirtshäusle“ – nicht wegen dem Anschlussbrunch, sondern weil vom dortigen Burgstallfelsen der 3,5 km große Krater des Steinheimer Beckens bestens überschaubar ist. Punktgenau lichtete sich der Nebel zugunsten eines warmen, sonnigen Tages. Von Ulrike wurde dort anschaulich erläutert, wie der ca. 150 Meter dicke Meteorit einschlug, das Grundgestein deformierte, Schmelzen sich bildeten und letztlich im Kratergrund ein See entstand. Sogar ein dort erstmals entdecktes, neues Gestein entstand durch die Schmelze: Der Suevit oder „Schwabenstein“. Sicher war es auch den Mönchen nicht bekannt, dass sie sich auf der Rückfallbrekzie des Impaktkraters  niedergelassen hatten. Aber uns führten die „Klosterberg“-Zeichen so zur Mitte des geologischen Ereignisses und auch zum offiziellen Suchplatz. Dort wurde im Schneckensand gegraben und mit Ulrike die Entdeckungen gleich ausgewertet und eventuell gesammelt. Bei der ehemaligen Kratertiefe von 200 m sind leider auch unsere aktivsten „Bergarbeiter“ nicht bis zum spektakulären Urelefanten vorgedrungen.

Zurück am Parkplatz, hatte es den Eindruck, dass genügend Geologie inhaliert ist. Deshalb war es auch nicht tragisch, dass der abschließend als Fossilienfundort bekannte und anvisierte Straßeneinschnitt zwischenzeitlich überwachsen und unergiebig war. Eine klare Erkenntnis ergab sich daraus, dass Vegetation und Zivilisation sich nicht an geologische Zeiträume halten!
Alle sind gut heimgekommen - Dank an Ulrike für Ihre Bemühungen!

 

Text und Bilder: Sigi Weippert

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