Mindelheimer Klettersteig

Schafsalpenköpfe 3/2/1 und Kemptner Köpfl vom Wildental
Leiterbrücke
Topo Mindelheimer Klettersteig
Tolle Aussicht

Der 1975 erbaute Mindelheimer Klettersteig gehört wohl zu den bekanntesten Steigen im Allgäu und wahrscheinlich auch weit darüber hinaus.

Die interessante und abwechslungsreiche Wegführung über die drei Schafalpenköpfe sorgt immer wieder für Überraschungen und der Hauptdolomit wechselt ständig sein Gesicht. Die Aussicht auf den gegenüberliegenden Allgäuer Hauptkamm, von der Trettachspitze bis zum Biberkopf, ist einzigartig. Der Mindelheimer Klettersteig ist sehr gut mit Drahtseilen, Klammern und Stiften versichert, er sollte jedoch nur von gut trainierten, absolut trittsicheren und schwindelfreien Bergsteigern angegangen werden.

Der Steig ist in beide Richtungen zu begehen (Achtung: Gegenverkehr!).

Zustiege bei Begehung von Norden nach Süden:
-von Mittelberg aus zum Fiderepass
-über die Fellhornbahn bei Oberstdorf
-über die Kanzelwandbahn in Riezlern

oder

Zustiege bei Begehung von Süden nach Norden:
-durch das Rappenalptal an der Materialseilbahn vorbei (Wanderweg 445)
-von Mittelberg über die Kemptner Scharte (Wanderweg 441)
-durch das Gemsteltal (Wanderweg 444)

Übersicht über den Klettersteig

Topo des Klettersteigs

Eckdaten zum Steig:

Schwierigkeit Schwierigkeit: C u. 2 Absicherung mittel Absicherung: Mittel
Routenlänge/Kletterzeit 400 Hm Steig/ 1650 Hm gesamt
3:45 Std. Steig / 9:00 Std. gesamt
Zustieg zur Wand Zeit Zustieg: 3:00 Std.
Ausrichtung Nordost/Südwest Abstieg Abstieg: 2:15 Std.

 

Nachfolgend ist hier die Nord-Süd-Variante, mit Zustieg von Mittelberg (Wildental) über den Fiderepass, beschrieben. Der Steig ist an vielen Abschnitten (im Countdown) nummeriert.

Talort: Mittelberg

Talort Höhe:1215 m

Zustieg zur Wand:
Vom Gasthof Schwendle (1.176 m) bei Mittelberg durchs Wildental - vorbei an der Wiesalpe - zur Fluchtalpe (1.390 m) aufsteigen. Hier links abzweigen und an der Vorderen Wildenalpe vorbei zur Fiderepaßhütte (2.065 m) hinauf. Nach einem kurzen Abstieg in eine Mulde zur Fiderescharte aufsteigen und rechtshaltend zum Einstieg (N 47°18'41,3", O 10°13'00,5").

Höhe Einstieg: 2250 m

3. (Nördlicher) Schafalpenkopf (2.320 m, 1:15 Std.)

Nach einigen leichten Passagen kommt gleich die Schlüsselstelle in Form einer überhängenden Wand (C). Es folgt ein steiler, anregender Aufstieg mit einer schiefen Leiter (B). Der Gipfel des 3. Schafalpenkopfs ist in 5. Min. über einen kurzen ungesicherten Zackengrat (1) erreichbar. Abstieg über den interessanten Gipfelgrat mit einer kniffligen Stelle (B/C). Über eine kurze Brücke in Form einer liegenden Leiter (A/B). Weiterer Abstieg über eine schräge Rampe (A/B). Es folgt eine kurze Gegensteigung und ein ebener Abschnitt. Eine senkrechte bis leicht überhängende Klammernreihe (B/C) führt in eine Scharte.

2. (Mittlerer) Schafalpenkopf (2.302 m, 1:25 Std.)

Interessanter Aufstieg über Kamine, Leitern und Wandstufen (B) zum stellenweise sehr ausgesetzten Zackengrat (A/B) des 2. Schafalpenkopfs. Nach einem Spreizschritt (B) folgt der bald leichter werdende Abstieg (zuerst Gehgelände, dann A bis A/B) in eine Scharte. Hier ist ein Notabstieg nach Nordwesten möglich.

1. (Südlicher) Schafalpenkopf (2.272 m, 1:05 Std.)

Zuerst über einen einfachen Gratabschnitt zu einem engen, unversicherten Felsspalt (2). Danach über einen plattigen Abschnitt (A/B) und Steigspuren zum Gipfel. Über Gehgelände zu den letzten Versicherungen absteigen. Über eine Leiter (A/B) und eine Rissverschneidung (A/B) zum Ausstieg (= südlicher Einstieg, N 47°18'06,6", O 10°12'15,2") abklettern.
Vom Ausstieg in eine Scharte absteigen und Richtung Kemptner Köpfl (2.191 m) aufsteigen (max. A).

Von dort bietet es sich an, an der Kemptener Scharte vorbei, zur Mindelheimer Hütte zu wandern (ca. 20 Min.), um bei gutem Essen und einer wunderschönen Aussicht das erlebte nochmals Revue passieren zu lassen. Für weitere Projekte bietet sich hier idealerweise auch die eine oder andere Übernachtung an.

 

Abstieg:
Wieder zurück zur Kemptner Scharte (2.108 m) und über die Hintere Wildenalpe (1.777 m) zur Fluchtalpe absteigen, wo man auf den Aufstiegsweg trifft. Über diesen zurück zum Ausgangspunkt.

Kinderfreundlich: Nein
Ergänzung zur Schwierigkeit:
Steigabschnitte bis B/C müssen geklettert werden.

Bemerkung zu den Versicherungen:
Stahlseil, Leitern, Klammern, Trittstifte

Ausrüstung:
Komplette Klettersteigausrüstung

Anreise/Zufahrt:
Über Sonthofen nach Oberstdorf. Von dort ins Kleine Walsertal nach Mittelberg. Nicht ins Zentrum fahren, sondern auf der Hauptstraße bleiben, im Ortsteil Bödmen links abbiegen und beim Gasthof Schwendle parken.
Mit Öffis: Mit der Bahn nach Oberstdorf, weiter mit dem Bus nach Mittelberg.

Beste Jahreszeit: Juli, August, September

Einen Großteil des hier angegebenen Datenmaterials und das Topo zum Klettersteig erhielten wir mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von

www.bergsteigen.com 

 

Link zur Klettersteigbeschreibung:

http://www.bergsteigen.com/klettersteig/vorarlberg/allgaeuer-alpen/mindelheimer-klettersteig

 

Gerne weisen wir hierzu auf den "Klettersteigführer Österreich" hin,
in dem der Mindelheimer Klettersteig ausführlich beschrieben wird:

http://www.alpinverlag.at/buecher/klettersteigfuehrer_oesterr.html

Neuer Kletterführer: Vielfalt in jeder Hinsicht

Juli 2008 - Lange haben Bergfreunde darauf warten müssen, doch die Geduld hat sich gelohnt. Der Mindelheimer Alpenverein hat ein umfassendes Buch vorgestellt, in dem alle alpinen Aktivitäten rund um die beliebte Mindelheimer Hütte in den Allgäuer Alpen beschrieben sind. Egal ob das Interesse eher dem Mindelheimer Klettersteig oder den Kletterouten rund um die Hütte gilt – das knappe 100 Seiten starke Buch hält alle Informationen bereit.

Mindelheimer Klettersteig umfassend saniert

September 2007 - Der Mindelheimer Klettersteig zählt seit Jahrzehnten zu den bergsteigerischen „Schmankerln“ in den Allgäuer Alpen, und wurde nun umfassend saniert. Rund 40000 Euro haben der Deutsche Alpenverein und seine Mindelheimer Sektion darin investiert, den Steig wieder in einen Top-Zustand zu versetzen. Weit über die Hälfte der Kosten wurde von der Versicherungskammer Bayern getragen.

Deutscher Alpenverein
Sektion Mindelheim e.V.
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